Archiv für den Monat: Juni 2014

Rebellen Schnelltest

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500 Millionen Dollar möchte Herr Obama in ausgesuchte Rebellen in Syrien investieren. Das nenne ich nachhaltige und strategisch brillante Politik zur Erlangung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten! Nachdem man nun erkannt hat, dass der böse Diktator gegen die gleichen Bösen kämpft, gegen die man selber kämpft, muss man zwischen den Bösen und den Bösen einfach „ausgesuchten Rebellen“ bis an die Zähne bewaffnen, damit die im Zweifel schön auf beide Gruppen ballern können. Ja, es stürmt gerade eine wildgewordene Herde von gut bewaffneten und gut ausgebildeten Islamisten auf Bagdad, deren Ziel die Wiederrichtung des islamischen Kalifats auf dem Gebiet des Irak und Großsyriens ist. Aber man darf deswegen nicht diesen unangenehm naheliegenden Schluss ziehen, dass es sich bei den vielen Anhängern von Assad vielleicht doch auch um friedliche und normal intelligente Menschen handeln könnte, die das zwanghafte Bedürfnis des Westens überall gutmütig-demokratische Oppositionen zu unterstützen nicht damit bezahlen möchten, dass man ihnen den Kopf von den Schultern trennt. Aber zum Glück ist die Lösung mit der Unterstützung der „gemäßigten Rebellen“ schon gefunden. Weil bestimmt auch die deutsche Wirtschaft von den Waffenlieferungen profitiert und wir natürlich nicht möchten, dass unsere Waffen in falsche Hände geraten (also in die von ungezogenen Rebellen, versteckte Taliban, getarnte Isis-Kämpfer oder den Berliner Rapper Deos Dogg), sollten wir beim Aussuchen der „ausgesuchten Rebellen“ helfen. Dazu braucht es ein geschicktes Testverfahren zur Erlangung des Status „Ausgesuchter Rebell“. Ich habe mit einem ersten Entwurf begonnen, der gerne durch weitere Vorschläge ergänzt werden darf. Um sicher zu gehen, dass die Geheimdienste unsere Bemühungen wahrnehmen und würdigen, hier noch ein paar Keywords: Taliban, Assad, Zündschnur, Aufstellung deutsche Nationalmannschaft, Putin, Beckenbauer, Freihandelsabkommen, Kürbis.

 

Salatgurken versauen Konsumklimaindex!

Die Nachrichten waren heute wieder beängstigend! Da boomt unsere Wirtschaft so nichts Böses ahnend vor sich hin, weil wir finden, dass es sich ja sicherlich mehr lohnt sinnlose Dinge zu kaufen anstatt zu sparen. Plötzlich stellt sich heraus, wir haben einen Denkfehler beim Mindestlohn gemacht. Jetzt haben doch tatsächlich unsere osteuropäischen Nachbarn, denen wir all die Jahre großzügig erlaubt haben, uns die Gurken und Spargel aus unserer deutschen Erde zu kratzen, Anspruch auf 8 Euro und 50 Cent pro Stunde (zum Glück nicht pro Gurke!). Ich sehe auf dem Bildschirm meines Fernsehers besorgte Gesichter von Politikern, die mir schwere Zeiten vorhersagen: Die Preise für Gurken werden um bis zu 20% steigen. Das klingt nach Konsumklimakatastrophe, denn von jetzt an werden wir unser Geld für Salatgurken brauchen. Ich hole meinen Taschenrechner, um nachzuprüfen wie groß genau die Sorgen sind, die ich mir machen muss. Eine mit 69 Cent ohnehin schon überteuerte Salatgurke wird also in Zukunft 82,8 oder wahrscheinlich sogar 83 Cent kosten. Das macht bei einem übertrieben Verbrauch von einer Salatgurke pro Tag 98 Cent pro Woche. Und wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass der Saisonarbeiter aus Polen oder Bulgarien oder Rumänien in der Zeit, wo er bei uns ist, nicht ins Restaurant geht oder nicht einmal zum EDEKA oder wenigstens Aldi, wenn er sich seinen Käse und seine Wurst und die Zigaretten auch noch von zuhause mitbringt und wenn man bedenkt, dass er sich von dem verdienten Geld keinen BMW oder Mercedes oder Audi kauft, ja nicht einmal einen Golf! Ja dann sind sie weg, die 98 Cent, verloren für die deutsche Wirtschaft! Da hat man doch auf eine Salatgurke überhaupt gar keinen Appetit mehr.

Ausstellung in Heidelberg

Am 2. Juli 2014 um 18 Uhr eröffnen wir in Heidelberg in der Hochschule für Jüdische Studien (Landfriedstraße 12) die Aussstellung Memories of Maaloula / Impressionen aus dem Aramäerdorf Maaloula in Syrien, aufgenommen  zwischen 1985 und 2007. Zur Vernissage gibt es Lieder aus Maaloula vorgetragen von Maria Lipnicka (Sängerin), Salam R. Riazy (Klavier), Pedram Badakhshan (Tambur) und Jared Schauf (Gitarre).

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Über Fußball, Fairness, Moral und Gott!

Geschätzt sehen also eine Milliarde Menschen weltweit das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Kroatien. Und sie sehen, dass es irgendwie Sinn macht, möchte nicht sagen richtig ist, sich im Strafraum fallen zu lassen. Man streckt dann die Arme zum Himmel und dankt Gott für den unberechtigten Elfmeter. Aber Gott muss doch gesehen haben, dass es kein Elfmeter war. Im Prinzip haben es eine Milliarde Menschen weltweit gesehen. Nur der arme Japaner nicht, der ihn gepfiffen hat und der jetzt schuld ist, dass es so ist wie es ist. Aber was lernen eine Milliarde Menschen weltweit und ein Japaner dadurch? Über Fußball, Fairness, Moral und Gott?  Ich habe keine Ahnung, aber wundern braucht man sich dann auch nicht mehr.

Lieber Herr Friedensnobelpreisträger und Präsident Obama,

in Ihrer Rede in Polen haben Sie den Eindruck erweckt, Sie würden tatsächlich glauben, die Welt würde geschlossen an der Seite Amerikas gegen Russland stehen. Ich fühle mich dadurch animiert Ihnen mitzuteilen, dass ich nicht gegen Russland stehe. Das Praktische ist ja, man braucht das nur irgendwo im Netz zu veröffentlichen und Sie werden es durch Ihre hochmodernen Abhörmethoden schon irgendwie mitkriegen. Ich will Ihnen meine Gründe gerne erläutern. Auch mir liegen die Polen sehr am Herzen und es tröstet mich nicht, dass wir diesem künstlich aufgebauten Szenario des nach Westen marschierenden Russen der Polen platt macht in unserem Denken und Handeln entgegenwirken wollen, indem wir mit Nato-Truppen einfach in die umgekehrte Richtung noch eimal über Polen hinwegmaschieren. Es wäre an der Zeit sich damit zu beschäftigen die Russen zu verstehen, anstatt sich kontinuierlich zu fragen, wie man sie bekämpft. Schaun Sie, für die Russen ist der Kalte Krieg verloren, der Warschauer Pakt ist im Eimer, die Nato ist bis an die Grenzen Russlands herangerückt und obendrauf braucht es noch ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien. Vielleicht muss man auch mal aufhören eine ehemalige Weltmacht zu demütigen. Ich meine der Beitritt der russischen Schwarzmeerflotte in die Europäische Union oder in die Nato ist doch auch eine verrückte Idee, oder? Sparen Sie sich ihre Milliarde Dollar zur Aufrüstung gegen Russland. Was erwarten Sie denn? Das Putin erschrickt, Schluckauf bekommt und vorsichtshalber die Krim zurück gibt? Fragen Sie sich doch mal was die USA tun würden, denn im Grunde seid Ihr den Russen doch ganz ähnlich. Wenn man Euch reizt, demütigt oder in die Enge treibt tickt Ihr aus. Ich will Ihnen ja nicht zu Nahe treten, aber man wird sich ja wohl noch wundern dürfen.

Herzliche Grüße