Archiv für den Monat: Juli 2014

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Putin reagiert auf Sanktionen – VW-Werk im russischen Kaluga gesprengt!

Man hätte es im zugetraut, dem Russen, aber natürlich hat er das VW-Werk nicht gesprengt, noch nicht! Denn so was muss sich ja aufschaukeln. Hier ein bisschen Druck und da ein bisschen Druck, bis es plötzlich Bum macht und keiner weiß wie das passieren konnte. Aber die anderen haben angefangen, das ist ja klar. Scheitern wird man mit den Sanktionen sowieso. Denn mag der wirtschaftliche Druck noch so groß sein (wenn es denn so wäre) so haben die hohen Herren doch eines komplett vergessen: Der Russe hat eine völlig andere Mentalität und das ist kein Klischee! Er hat nicht zufällig einen Präsidenten der ständig irgendwo mit freiem Oberkörper durch die Wildnis reitet! Er badet im Eisloch, er kann mit wenigen Handgriffen einen Glascontainer zu einem Auto umbauen, er überlebt bei minus 40 Grad im Freien, kann sich eine Woche nur von Wodka ernähren und fährt von Moskau nach Wladiwostok mit dem Zug, 10 000 Kilometer! Wir Deutschen fliegen von Frankfurt nach Düsseldorf und regen uns dann auf, wenn der Flieger 10 Minuten Verspätung hat. Wir schlafen auf Federkernmatratzen, jammern weil die Maß auf dem Oktoberfest jetzt über 10 Euro kostet. Wir wracken unsere Autos nach acht Jahren ab, haben Angst vor Bruno dem Bär und rennen ständig zur Vorsorgeuntersuchung. Weicheier sind wir, Weltmeister im Jammern, uns geht’s schon schlecht wenn wir auf der Kreuzfahrt keine Außenkabine haben. Das sitzt der Russe noch trotzig in seinem Eisloch und winkt Putin zu, der gerade mit nacktem Oberkörper vorbeireitet, da nörgeln wir schon. Frau Merkel, werden wir sagen, wenn es weiter so bergab geht, dann sieht’s schlecht aus, bei der nächsten Wahl. Und dann wird gelockert und hier ein Schlupfloch und da ein Schlupfloch und dann bröseln die Sanktionen so dahin und wenn man Glück hat merkt es keiner, weil gerade in Lybien die Gasttanks explodieren oder Ebola sich bis nach Ägypten ausgebreitet hat. Wenn’s wirklich weh tut macht es halt kein Spaß mit den Sanktionen, deswegen werden ja die vertraglichen Waffendeals noch schön über die Bühne gebracht, er wird schon nicht mit dem Zeug schießen, der Russe, bis jetzt hat er ja noch nicht mal das VW-Werk in Kaluga gesprengt…

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Nein liebe Freunde in Israel, wer gegen diesen Krieg ist, ist nicht automatisch gegen Israel. Im Gegenteil. Die meisten wollen, dass ihr friedlich leben könnt, sie glauben nur der Weg, den ihr gehen wollt ist falsch. Natürlich wissen sie auch nicht, welcher der richtige ist, aber ganz vielleicht wissen sie: Er ist lang und kompliziert. Er verlangt, dass man erträgt, erduldet, spricht, über seinen Schatten springt, Gefühle kontrolliert. Wie bequem und klug sich das sagt, wie leicht es sich schimpft, wie gut und richtig es sich anfühlt für den Frieden zu demonstrieren, so weit weg. Ja auf Euch fliegen die Raketen, ihr habt das Heulen der Sirenen, ihr sitzt in den Bussen, in den Cafés, liegt an den Stränden die beschossen werden. Klar seid ihr wütend und ängstlich und beruft Euch auf Euer Recht auf Selbstverteidigung. Und auf dieses Recht werden sich Eure Kinder berufen und Eure Enkelkinder. Ihr werdet vielleicht eine Zeit Ruhe haben, weil die Tunnel gesprengt sind, weil das Kraftwerk brennt, weil die Logistik zerstört ist. Und dann? Dann sitzen Eure Feinde auf ihrem elenden Streifen Land, auf Ruinen, ohne Strom, fast jeder beerdigt einen Verwandten oder Freund. Sie schauen auf hohe Mauern aus Beton oder hinaus aufs Meer, perspektivlos. Es werden sich Neue finden, die mit ihren Händen Tunnel graben, die durch diese Tunnel zu Euch kommen und Angst verbreiten und den Tod bringen. Ihr werdet Vergeltung üben und bei uns im Fernsehen werden sie weinende Mütter zeigen, tote Körper eingehüllt in Flaggen die von wütenden Männern durch zerstörte Straßen getragen werden, Kinder in überfüllten Krankenhäusern, fehlende Gliedmaßen. Es werden wieder Menschen für den Frieden demonstrieren und Unbelehrbare werden darunter sein und judenfeindliche Parolen rufen und man wird vom aufflammenden Antisemitismus in Europa und speziell in Deutschland reden und ja, das müssen wir ernst nehmen und dagegen vorgehen. Und dennoch werden wir es nie ganz verhindern können, dass einer den ersten Stein wirft. Aber den zweiten und dritten und vierten, fünften – die müssen doch nicht mehr geworfen werden. Die Unbelehrbaren dürfen doch nicht entscheiden, ob es Krieg oder Frieden geben wird. Bei uns nicht und bei Euch nicht.

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Wladimir gib die Krim zurück, sonst nehmen wir Dir den Fußball weg!

Sensationell meine Herren, dieser Lösungsansatz. Nehmt dem lupenreinen Rotzlöffel sein Spielzeug weg, das ärgert ihn mehr und schadet der EU nicht so sehr wie das Beenden der Waffenlieferungen! Das Urteil lautet moralisch mitschuldig am Tod der 298 Insassen von MH17, da ist die logische Konsequenz Fußballverbot! Lieber Bürger, jetzt nicht aufregen, aufwachen. Mein tiefes Mitgefühl gilt natürlich den Opfern und Angehörigen von MH17. Mit nichts ist diese Tat zu entschuldigen. Es nervt mich hingegen einmal mehr das „ich mach mich wichtig Geplärre“ einiger Politiker auf den Rücken dieser Tragödie. Es nervt mich wie unverfroren und leichtfertig hier von Moral gesprochen wird. Der Wanderarbeiter in Katar stirbt unauffälliger, mal fällt hier und mal fällt da einer vom Baugerüst oder es bleibt nach 12 Stunden in der prallen Sonne kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit das ein oder andere Herz stehen. Wie in Deutschland, den Niederlanden und auf der ganzen Welt fallen auch in Nepal und Indien die Angehörigen weinend auf die Knie, trauern um inzwischen über 1000 Tote, die sich im reichsten Land der Welt ein paar Kröten verdienen wollten und nie mehr zurückkehren werden. Und wissen Sie was Katar mit der Kohle macht, die es an der Sicherheit und Versorgung der Wanderarbeiter im eigenen Land eingespart hat? Islamistische Gotteskrieger in Syrien und im Irak finanzieren. Wo ist der Unterscheid, wo ist der Maßstab, wo ist die Moral? Wo ist zumindest mal ein Bekenntnis zur moralischen Mitschuld an dem menschenverachtenden Umgang mit den Christen im Irak. Wenn eine WM in Katar gespielt wird und in Russland nicht, machen wir uns lächerlich meine Herren. Aber was rege ich mich auf, nichts wird passieren, gar nichts. Wir wollen schließlich alle Fußball schauen. Aber man wird sich ja wohl noch wundern dürfen.

Wenn unsinnige Gesetzgebung Schmerzen verursachen würde, wäre Cannabis schon legalisiert!

Bildschirmfoto 2014-07-22 um 18.46.01Schmerzpatient zu sein ist ja nun wirklich schlimm genug. Die Vorstellung, der Pharmaindustrie ein Schweinegeld in den Rachen zu werfen für etwas, was im eigenen Wintergarten prächtig wächst und gedeiht, ist geradezu grotesk. Der Konsum von selbstangebautem Cannabis ist also in den eigenen vier Wänden untersagt. Der Schmerzpatient zahlt mehrere Tausend Euro im Monat für Medikamente und um das bezahlen zu können, zieht er in eine kleinere Wohnung. Jetzt wohnt er da in seinem Einzimmer-Apartment, am Rande des finanziellen Ruins, jetzt urteilt das Gericht, dass er jetzt dürfen würde, wäre seine Wohnung nicht zu klein. Die hochgefährliche Droge braucht nämlich im Gegensatz zu einer harmlosen Schnapsbar einen abgetrennten Hochsicherheitsbereich, um nicht Verderben und Unglück über die deutsche Bevölkerung zu bringen. Richtig so, sage ich, Holland ist der beste Beweis, oder was kann es sonst für einen Grund geben, dass die noch nie Fußball-Weltmeister geworden sind? Ist aber ja eh nicht von langer Dauer, der Gesetzgeber wird schon bald die gesetzlichen Krankenkassen in die Pflicht nehmen. Immerhin ist es etwas besser geworden, aber eben nur in geringen Mengen!

Nachricht von unserem Vorstand Prof. Dr. Werner Arnold

“Liebe Freunde des Aramäerdorfes Maaloula,
es gibt gute Nachrichten. Die Stromversorgung in Maaloula ist teilweise wieder hergestellt und es gibt für einige Häuser zwei oder drei Stunden pro Tag Strom. Die ersten vier Familien sind nach Maaloula zurückgekehrt. Die meisten Häuser sind allerdings so zerstört, daß eine baldige Rückkehr unmöglich ist. Wir werden demnächst Photos der zerstörten Häuser erhalten. Es wäre schön, wenn wir einen größeren Beitrag leisten könnten, um den Bewohnern den Aufbau ihrer Häuser und eine baldige Rückkehr zu ermöglichen. Deshalb bitte ich um Weiterleitung dieser E-mail an möglichst viele Verwandte und Bekannte, in der Hoffnung, daß wir noch mehr Unterstützung bekommen.
Herzliche Grüße, Werner Arnold”

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Wie praktisch doch ein Putin ist!

Wut, alles spricht von Wut, lebt Wut, wütet, tut Wut. Ich bin es auch: wütend! Eine Tragödie wird zerhackt im hirnlosen Geplärre von Schuldzuweisungen, dicke Wurstfinger zeigen auf Andere, die meisten Wurstfinger zeigen wie immer auf Putin und Putin ist es mal wieder relativ Wurst. Ich bin wütend, weil ich mir verarscht vorkomme. Weil man mir 25 Jahre nach dem scheinbaren Ende des Kalten Krieges versucht die Welt damit zu erklären, dass der Russe, dass Putin an allem Schuld ist. Und während sie laut schnattern und schimpfen über Putin, beugen sie sich auf den Bänken der Parlamente zu ihren Sitznachbarn und flüstern hinter vorgehaltener Hand: „Gut dass es Putin gibt, auf den können wir alles schieben, die Scheiße die der am Schuh kleben hat stinkt mehr als unsere.“ Und für alle, die es jetzt schon wieder aus ihren Fernsehsesseln gerissen hat, um wild voller Empörung mit den Armen fuchtelnd bei erhöhter Herzfrequenz und zutiefst erschüttert und überhaupt wie kann er nur: Nein ich habe kein Poster von Putin über dem Bett hängen, wo er mit nacktem Oberkörper einen Braunbären mit den bloßen Händen erwürgt. Aber die EU hat eine Nase und statt sie immer nur überall hineinzustecken, könnte man sich ja auch einfach mal wieder dran fassen, wie man so schön sagt. Und auch der Amerikaner, sofern er sie findet und noch weiß, wo er sie gerade überall hineingesteckt hat, könnte sich mal wieder an die eigene Nase fassen. Haben wir nicht mitgezogen und mitgezerrt an der Ukraine, haben wir nicht geholfen den Keil durch das Land zu treiben? Ist nicht vielleicht der neue Präsident der Ukrainer ein ebenso lupenreiner Demokrat wie Putin, der 1,6 Milliarden Dollar Mann mit dem eigenen Fernsehsender. Haben wir nicht den Kriegszuständen, den aufgeheizten Gemütern zum Trotz einfach mal ruck zuck das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine unterschrieben? Kann man jetzt wirklich von mir verlangen, dass ich dem amerikanischen Geheimdienst irgendetwas glaube, der zur Rechtfertigung von Interessen und Krieg Massenvernichtungswaffen im Irak erfunden hat und uns abhört und ausspioniert wo es nur geht. Hat man vergessen, dass die ukrainische Armee 2001 aus Versehen ein Zivilflugzeug abgeschossen hat? Das sowas möglich ist? Wie kann es sein, dass die Fluggesellschaften selbst entscheiden, ob sie den kurzen Weg über das Krisengebiet nehmen oder nicht? Warum hat die Regierung den Luftraum über der Ostukraine nicht vollständig gesperrt, wenn man doch wusste, dass es entsprechende Waffensysteme gibt? Wer ist schuld? Putin alleine? Wollt ihr uns wirklich erzählen er muss weg und alles wird gut? Glaubt ihr wirklich die Sehnsucht der Russen nach einem starken Präsidenten ist dann dahin und sie wählen jemanden der aussieht wie Norbert Blüm und redet wie Stoiber? Meint ihr wirklich Putin kann sich vor sein Volk stellen und sagen: Leute, der Druck wird mir zu hoch, ich schlaf schon schlecht, ich halte diese Sanktionen nicht mehr aus? Wo ist das Konzept, die Idee, der langfristige Plan? Menschen werden aus dem Leben gerissen, Angehörige trauern, Kerzen werden angezündet, Kränze niedergelegt, sonst ändert sich nichts. Das Fuchteln mit Wurstfingern, das von sich weisen von Verantwortung. Das macht mich wütend.

Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Opfer von MH17.

Der Mittelstaender des Monats geht an Dirk Niebel!

Herr Niebel, ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll, Ihre brillanten Leistungen aufzuzählen, die Sie für Deutschland so immens überflüssig machen. Es gebührt Ihnen Dank dafür, dass Sie die Zukunft des Entwicklungshilfeministeriums auf Jahre hinaus sichern möchten. Sie erinnern sich: Sie wollten es erst abschaffen, weil Sie es für überflüssig hielten, dann haben Sie das Ministerium selbst geleitet, wodurch es dann tatsächlich überflüssig wurde und – an dieser Stelle ein besonderes Lob – als Cheflobbyist einer großen Rüstungsfirma wollen sie jetzt dafür sorgen, dass großflächig neue Gebiete entstehen, die einem Ministerium für Entwicklungshilfe wieder mehr Bedeutung zukommen lassen. Obwohl es ja weltweit schon genug Menschen gibt, die am Boden liegen, ist es beeindruckend zu sehen, wenn sich stinkreiche Freigeister wie Sie dafür engagieren, sie noch endgültig unter die Erde zu bringen. Keine Hemmungen Herr Niebel, nutzen Sie die guten Beziehungen die Sie als Minister knüpfen konnten, um Waffen in Entwicklungsländer zu verkaufen – das ist in der Tat liberal! Aber Hemmungen sind ja genauso wie Feingefühl oder Moral eh nicht Ihr Ding. Dann doch lieber nachtreten, wenn jemand am Boden liegt und einen der besten Fußballer aller Zeiten und damit eine zu Tränen gerührte Nation demütigen, mit Ihrem Kommentar: „Messi – ist das nicht so einer der Müll sammelt.“ Da erarbeitet eine deutsche Nationalmannschaft mühevoll Sympathien für Deutschland in der ganzen Welt und da kommen Sie Herr Niebel und versuchen witzig zu sein, dabei sind sie doch liberal! Messi ist Messi Herr Niebel, da sollten Sie Respekt zeigen und sich vor Ehrfurcht verneigen (falls Sie zum Verneigen nicht schon zu tief gesunken sind). Und so einer der Müll sammelt ist jemand der das tun muss um zu überleben, weil wir Helden wie Sie zum Entwicklungshilfeminister gemacht haben. Der Mittelstaender des Monats geht an Sie Herr Niebel, für Ihren wertvollen Beitrag zum Fortbestehen von Krisenherden, zur Politikverdrossenheit und zur deutsch-argentinischen Freundschaft.