Archiv für den Monat: Februar 2015

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Aus meiner kleinen Welt!

Es prügeln sich der kleine und der große Bruder. Das kann man natürlich nicht dulden, da muss man dazwischen gehen. Die eigenen Werte verbieten es, das mit ein paar gepflegten Ohrfeigen zu regeln. Also was tun, damit sie sich friedlich einigen? Also meine Mutter hat immer gesagt, „wenn nicht gleich Ruhe ist, dann geht jeder in sein Zimmer, es gibt kein Eis mehr und das Sandmännchen ist auch gestrichen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Mutter jemals zu meiner großen Schwester gesagt hat: „Wenn ihr euch nicht einigt, dann gebe ich deinem kleinen Bruder einen Baseballschläger, Dir wird das Taschengeld gestrichen und er darf trotzdem Sandmännchen schauen.“ Ich gestehe, ich hätte unter diesen Voraussetzungen jegliche Friedensverhandlungen scheitern lassen. Und ganz klar hätte meine Schwester trotzdem nicht einfach um des lieben Friedens willen das Handtuch geworfen. Aus ihrer Sicht auch verständlich. Nicht das hier ein falsches Bild entsteht, meine Mutter hat das immer ganz wunderbar geregelt und ich verstehe mich blendend mit meiner großen Schwester. Und als wir dann mal über die normalen Streitereien und Provokationen der Kinderjahre gesprochen haben, kam die Frage auf, wann wir aufgehört haben uns zu prügeln. Die Antwort meiner Schwester war: Von dem Moment an, als Du stärker warst als ich. Ein, bei allem Respekt, langer und grausamer Weg für den kleinen Bruder Ukraine. Man mag diesen Vergleich wieder einmal zynisch finden, ich aber wundere mich darüber, dass man als Weltmacht und als EU vor einer Verhandlung, die Frieden zum Ziel hat, kundtut, dass man im Falle ihres Scheiterns die eine Partei fertigmachen möchte und die andere Unterstützen. Das öffnet die falschen Türen.

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Mutti Merkel und der pubertierende Putin!

Jetzt nicht gleich schimpfen, ich weiß, dass Thema ist ernst und blutig. Aber manchmal hilft der Blick in das Alltägliche: Mutti Merkel hat Prinz Putin vor dem Fernseher erwischt. „Du elender Lümmel“ sagt sie zu ihm, „Du hast hier nichts zu suchen. Ab in dein Zimmer, oder ich ziehe dir die Ohren lang. Taschengeld ist gestrichen und kein Obst mehr aus der EU.“ Der kleine Putin ist aber schon ganz schön kräftig, mag eh nicht so gerne Obst und sagt: „Mutti Merkel, ich schau so lang Fernsehen wie ich will.“ Jetzt beginnt das eigentliche Problem. Normalerweise müsste Mutti Merkel Prinz Putin jetzt die Ohren lang ziehen, aber so richtig geht das nicht. Sie fuchtelt ein bisschen mit der geöffneten Ohrfeigen-Hand vor seinem Gesicht herum, „wenn du nicht gleich“, schreit sie ihn an. Aber wer wäre Prinz Putin, wenn er nicht einfach leicht den Kopf nach links neigen würde, damit er den Fernseher besser sehen kann. Was soll er denn seinen Freunden erzählen? Dass er dem Druck von Mutti nicht standhalten konnte und deswegen die Sendung nicht gesehen hat. „Du Lutscher“, würden seine Kumpels sagen, „du bist schon so weich wie die Gurke Gorbi!“. Und Mutti Merkel? Wie steht sie vor den Nachbarn da? „Du lässt Dir von dem Lümmel viel zu sehr auf der Nase rum tanzen“, werden sie sagen. Der einen ein oder andere findet sogar, „so eine richtige Ohrfeige kann ab und zu nicht schaden“. Mutti Merkel will aber nicht hauen. Jetzt steht sie da, hat ausgeholt zur Ohrfeige und Prinz Putin setzt noch einen drauf und schaltet um auf einen Pornosender und denkt „die macht eh nix“. Hm. Und worum geht es jetzt? Darum ob Prinz Putin noch 10 oder 15 Minuten schauen darf? Oder ob Mutti Merkel zu ihren Nachbarn sagen kann: „Dem hab ich mal seine Grenzen gezeigt“ und Putin trotzdem auf dem Pausenhof prahlen kann. „Ich hab sogar noch einen Porno geschaut.“

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Black Putin und der weiße Westen.

Nein, das will ich gar nicht. Diese Diskussion über Gut und Böse. Dieser Strich ist gezogen, mitten durch Europa, nur etwas weiter im Osten als früher. Ein zähes, blutiges Ringen um ein paar Kilometer gibt es noch in der Ukraine. Ein spätes, unangenehmes Aufbäumen so lange nach dem Zerfall des Warschauer Paktes. Hat so schön geklappt mit dem Einverleiben, bis dahin. Der wirtschaftliche Wohlstand war nun mal im Westen zu finden. Ist so. Freie Entscheidung der Staaten. Und jetzt zeigen uns die Griechen, wie dreckig es einem innerhalb der EU gehen kann. Doof, aber das Kuscheln mit den Russen treiben wir denen schon wieder aus. Nein, ich bin über was anderes gestolpert. Ein Wahrnehmungsproblem. Ich kämpfe mich so durch die Presse, Sanktionen gegen Russland, Aufbau einer 30.000 Mann starken NATO-Eingreiftruppe mit deutscher Führungsrolle, Diskussionen über Waffenlieferungen an die Ukraine und so gut wie keine Talkshow, in der nicht irgendeiner meint sich selbst profilieren zu können, indem er einen der mächtigsten Männer der Welt als einen kleinwüchsigen komplexbeladenen Spinner bezeichnet, dem man zeigen muss, wo es lang geht. Spricht übrigens gar nicht so schlecht deutsch, der Putin. „Wart nur Du Arschloch“, wird er sich denken. Nun jedenfalls, zurück zum Wahrnehmungsproblem. Da lese ich, dass Russland sich dieses Jahr schon zwei Mal erlaubt hat, der Bundeswehr die Überflugsrechte zu verweigern. Krass, denke ich, hätte ich nicht gedacht. Wir bauen hier eine Truppe auf, die in der Lage sein soll innerhalb von 48 Stunden dem Russen da auf die Mütze zu hauen, wo er es mal wieder verdient hat und die lassen unsere Bundeswehrflieger noch über ihrem Land rumdüsen. Überflugsgenehmigung nach Afghanistan über Russland und die dort lebenden Russen drüber. Na, nett, denke ich. Allerdings beginnt der Artikel im Spiegel, fettgedruckt, wie folgt: „Moskau setzt im Streit mit dem Westen auf Sticheleien: Gleich zweimal untersagte Moskau Flugzeugen der Bundeswehr den Überflug. Die Soldaten mussten stattdessen in dänischen Jets nach Afghanistan reisen.“ Mit anderen Worten, die Nato ballert mit Erlaubnis der Russen ständig über Russland, zwei mal hat man das Deutschen Militärmaschinen nicht erlaubt, klares Fazit und klare Botschaft: Der Russe setzt auf Sticheleien! Frechheit, unserer Armee zu verbieten über Russland zu fliegen! Wo sind die Gänsehaut-Historiker? Deutsche Soldaten über Russland, was ist daran selbstverständlich? Zugegeben, unter ferner liefen steht da noch ganz weit unten im Artikel: „Im vergangenen Jahr verbot Polen dem russischen Verteidigungsminister den Überflug wegen des Konflikts in der Ostukraine.“ Haben wir wirklich geglaubt, die Russen ertragen ihr Leben in Demut und die Griechen in Armut, ohne sich irgendwann zu wehren. Sind wir wahrnehmungsgestört? Man wird sich doch noch mal wundern dürfen …

Wer es lesen will:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-blockierte-fluege-der-bundeswehr-nach-afghanistan-a-1016965.html