Bildschirmfoto 2014-07-29 um 21.21.18

Nein liebe Freunde in Israel, wer gegen diesen Krieg ist, ist nicht automatisch gegen Israel. Im Gegenteil. Die meisten wollen, dass ihr friedlich leben könnt, sie glauben nur der Weg, den ihr gehen wollt ist falsch. Natürlich wissen sie auch nicht, welcher der richtige ist, aber ganz vielleicht wissen sie: Er ist lang und kompliziert. Er verlangt, dass man erträgt, erduldet, spricht, über seinen Schatten springt, Gefühle kontrolliert. Wie bequem und klug sich das sagt, wie leicht es sich schimpft, wie gut und richtig es sich anfühlt für den Frieden zu demonstrieren, so weit weg. Ja auf Euch fliegen die Raketen, ihr habt das Heulen der Sirenen, ihr sitzt in den Bussen, in den Cafés, liegt an den Stränden die beschossen werden. Klar seid ihr wütend und ängstlich und beruft Euch auf Euer Recht auf Selbstverteidigung. Und auf dieses Recht werden sich Eure Kinder berufen und Eure Enkelkinder. Ihr werdet vielleicht eine Zeit Ruhe haben, weil die Tunnel gesprengt sind, weil das Kraftwerk brennt, weil die Logistik zerstört ist. Und dann? Dann sitzen Eure Feinde auf ihrem elenden Streifen Land, auf Ruinen, ohne Strom, fast jeder beerdigt einen Verwandten oder Freund. Sie schauen auf hohe Mauern aus Beton oder hinaus aufs Meer, perspektivlos. Es werden sich Neue finden, die mit ihren Händen Tunnel graben, die durch diese Tunnel zu Euch kommen und Angst verbreiten und den Tod bringen. Ihr werdet Vergeltung üben und bei uns im Fernsehen werden sie weinende Mütter zeigen, tote Körper eingehüllt in Flaggen die von wütenden Männern durch zerstörte Straßen getragen werden, Kinder in überfüllten Krankenhäusern, fehlende Gliedmaßen. Es werden wieder Menschen für den Frieden demonstrieren und Unbelehrbare werden darunter sein und judenfeindliche Parolen rufen und man wird vom aufflammenden Antisemitismus in Europa und speziell in Deutschland reden und ja, das müssen wir ernst nehmen und dagegen vorgehen. Und dennoch werden wir es nie ganz verhindern können, dass einer den ersten Stein wirft. Aber den zweiten und dritten und vierten, fünften – die müssen doch nicht mehr geworfen werden. Die Unbelehrbaren dürfen doch nicht entscheiden, ob es Krieg oder Frieden geben wird. Bei uns nicht und bei Euch nicht.

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