Willy-Brandt-Kniefall

Der Kniefall von Kobane

In Kobane wird man nun damit beginnen kurdische Köpfe von kurdischen Hälsen zu trennen. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten könnte man das sehr eindrücklich in der Tagesschau darstellen. Ich stelle mir das als Super-Slowmotion vor. Man sieht dann wie die Schneide des Schwertes ganz langsam durch den Hals geht, der Körper fällt Millimeter für Millimeter nach vorne, schlägt im Wüstenboden ein und Sand und Staub steigen auf. Der Kopf springt noch ein zweimal auf und verteilt in der Drehbewegung Blut im gelben Sand. Ein IS Kämpfer kommt ins Bild, er schießt den Kopf mit der Spitze seines Soldatenstiefels auf einen riesigen Haufen mit anderen Köpfen. Der Henker sagt „Guter Schuss“ und wischt sein Schwert am Körper des kopflosen Kurden ab. Dann kommt der amerikanische Präsident ins Bild. Er sagt: Wir helfen ja und haben mehrfach bewiesen, dass wir aus 1000 Kilometer Entfernung einen Golfball treffen können, aber die IS – Truppen sind so flink, so beweglich. Der Türkische Präsident sagt: Unsere Panzer stehen schon seit Tagen schräg gegenüber und wir würden auch helfen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Die Deutsche Außenministerin sagt: Wir sind historisch bedingt sowieso völlig verklemmt, wenn es darum geht militärisch zu helfen, aber wir werden Euch Waffen liefern, sobald wir irgendwo ein funktionierendes Flugzeug gefunden haben. Zeitgleich wird in der Fußgängerzone von Recklinghausen, in einer Vorstadt von London und an der französischen Atlantikküste ein IS-Kämpfer rekrutiert. Putin hält eine Rede vor dem russischen Volk, „Seht was dabei heraus kommt“ sagt er, „wenn man sich von der westlichen Welt eine freiheitlich demokratische Grundordnung eintrichtern lässt. Ich habe von Anfang an davor gewarnt Assad stürzen zu wollen. Eines verspreche ich Euch, ich werde mein Volk beschützen, auch außerhalb Russlands.“ Man vereinbart ein Gespräch auf höchster Ebene in Ankara, noch bevor der Termin steht, hat der letzte Kurde von Kobane ein letztes mal mit seinen Lippen seine Heimaterde berührt. Erst in 20 Jahren wird Kobane wieder in den Medien sein. Ein Delegation des Europaparlaments wird einen Kranz niederlegen, auf die Knie fallen und um Vergebung bitten. Es wir eine Rede geben, mit heißerer Stimme: „Es ist die Aufgabe der Weltgemeinschaft dafür zu sorgen, dass solche Gräueltaten nie wieder geschehen können.“ Ganz bestimmt gibt es dafür einen Friedensnobelpreis, wenn nicht zufällig im gleich Jahr in Saudi-Arabien ein Frau zur Präsidentin gewählt wird.

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