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Was nur war am Ende demokratisch?

„Weißt Du“ schreibt mir ein alter Freund von der Krim, „ich habe das mit der Demokratie einfach falsch verstanden. Ich dachte es geht immer um den Willen des Volkes, das in dem jeweiligem Land wohnt und nicht um den Willen des deutschen oder amerikanischen Volkes.“ Ich habe ihm zurückgeschrieben, dass es mich zutiefst bestürzt, dass genau das in vielen Teilen der Welt so wahrgenommen wird, aber, und jetzt kommt das aber: Ich bin mir gar nicht so sicher, ob dieser zweifelhafte Konfrontationskurs wirklich der Wille des deutschen Volkes ist. Ob wirklich alle ihre Hand heben würden, wenn es darum geht, nach dem kompletten nahen Osten jetzt auch noch Russland zu destabilisieren. Seite an Seite gegen für das Völkerrecht, gemeinsam mit unseren amerikanischen Freunden, die ja praktisch Spezialisten sind, für Völkerrecht. Ich weiß nicht, ob die Menschen in Europa die Hand heben würden, wenn man ihnen sagt, wir destabilisieren Russland, bis sie die Krim zurückgeben, bis die Menschen alle keine Arbeit haben und nicht mehr wissen, wie sie ihre Schulden bezahlen sollen. Bis ihre Wut und ihr Hass auf uns riesig ist und sie uns am liebsten an die Gurgel gehen würden und sie sich entscheiden müssen, ob sie das tun oder ob sie in Demut danieder sinken. Das wird vielleicht noch dauern, bis dahin ist der kleine Bush Bruder längst Präsident der Vereinigten Staaten und hat der Ukraine für mehrere Milliarden Waffen geliefert, PEGIDA wird mit 50 000 Menschen durch die Straßen ziehen und rufen „Wir sind das Volk“ und die Amerikaner werden mit Kuba ein Handelsabkommen unterschreiben, nachdem sie ja zufällig genau jetzt erkennen, dass 30 Jahre Sanktionspolitik nichts gebracht haben. „Was“ fragt mein alter Freund von der Krim, „war am Ende noch demokratisch? Als wir abgestimmt haben, habt ihr gesagt, das gilt nicht, das war nicht demokratisch, weil die Russen in Russland uns Russen auf der Krim so lange mit russischer Propaganda manipuliert haben, bis nicht nur wir Russen auf der Krim geglaubt haben das wir lieber Russen in Russland wären, sondern auch die Tataren und Ukrainer völlig verwirrt waren. Gut, wir wurden belogen. Jetzt macht ihr uns die Währung kaputt, nehmt uns, die wir ja Opfer sind in Euren Augen, die reichen deutschen Rentner weg, die jetzt mit ihren Kreuzfahrtschiffen nicht mehr in unsere Häfen kommen dürfen. Ihr macht uns arm und traurig und wütend und unzufrieden. Die Russen haben uns vielleicht beschissen, damit wir zu Russland wollen, ihr bringt uns in ein beschissene Lage, damit wir zurück zu Ukraine wollen. Was bitte hat das mit dem Willen des Volkes zu tun. Wer glaubt ihr zu sein?“

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